Sexualität
Sexualität ist ein integraler Bestandteil des Menschseins und das ab frühster Kindheit. Sie wird geprägt vom emotionalen, psychischen und körperlichen Wohlbefinden, vom individuellen Selbstbild, der eigenen Geschichte oder vergangenen und aktuellen Beziehungen. Wiederum hat die Sexualität auch Einfluss auf viele andere Bereiche unseres Lebens.
Der Umgang mit Sexualität und die Fähigkeit zu sexuellem Genuss sind das Produkt von kulturellen Entwicklungen und individuellen Lernschritten. Und Sexualität verändert sich ein Leben lang. Manchen Veränderungen begegnen wir mit Freude, andere konfrontieren uns mit Grenzen und Widersprüchen und verursachen oft auch Leid. Sexualität in einer stimmigen Weise zu erleben, bedeutet daher immer wieder offen zu sein zu lernen und uns neuen Situationen anzupassen.
Sexualberatung und Sexualtherapie
Die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität kann tiefgreifende Veränderungen anstossen. Denn sich für eine Sexualberatung oder Sexualtherapie zu entscheiden, bedeutet meist nicht nur die Sexualität, sondern mitunter auch weitere persönliche Merkmale, Glaubenssätze und Verhaltensweisen genauer anzuschauen und weiterzuentwickeln.
Gemeinsam gehen wir Ihren Fragen und Anliegen in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Umgebung nach, mit dem Ziel, Ihren sexuellen Entwicklungsprozess nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen zu unterstützen.
Arbeitsweise
Das Anliegen, mit dem eine Person (bzw. ein Paar) in die Praxis kommt, ist die Ausgangslage für die Beratung oder Therapie. Wir untersuchen die bisherige sexuelle Lerngeschichte mit dem Ziel, die gewohnten und meist unbewussten Verhaltens- und Denkmuster aufzudecken und besser zu verstehen. Körperliche Reaktionen und Abläufe werden ebenfalls beleuchtet und eingeordnet. Dadurch zeigen sich die sexuellen Stärken und Fähigkeiten, welche auf der körperlichen, emotionalen, gedanklichen und beziehungsbezogenen Ebene bereits vorhanden sind. Zudem wird deutlich, welche Fähigkeiten noch erlernt werden können, um die wahrgenommenen Grenzen in der Sexualität zu erweitern.
Methoden
Meine sexualberaterische und sexualtherapeutische Herangehensweise beruht auf dem Modell Sexocorporel. Sexocorporel nimmt den Menschen als Ganzes in den Blick: Der Körper, die Gefühle, die Art zu denken und die Art zu handeln stehen in Wechselwirkung zueinander. Die Veränderung eines Aspekts hat somit auch immer Auswirkungen auf die anderen Aspekte. Dem körperlichen Erleben kommt dabei eine zentrale Rolle zuteil, was bedeutet, dass Interventionen auf der Körperebene das sexuelle Erleben, aber auch kognitive Denkmuster, Emotionen und das Beziehungsverhalten beeinflussen können.
Ergänzend zum Sexocorporel fliessen auch Ansätze anderer Therapierichtungen, wie beispielsweise der emotionsfokussierten Paartherapie, der systemischen Gesprächstherapie sowie diversen körpertherapeutischen Herangehensweisen mit ein.
Die Sexualberatung bzw. Sexualtherapie setzt sich im wesentlichen aus Gesprächen und Körperübungen zusammen. Die Körperübungen verfolgen das Ziel, die Körperwahrnehmung zu schärfen. Sie sind vergleichbar mit Achtsamkeits-, oder Bewegungsübungen und werden stets angezogen und ohne Körperkontakt angeleitet.
Häufige Themen in der Therapie:
Lustlosigkeit
Pornografie / Pornosucht
Schmerzen beim Sex
Selbstbefriedigung
Sexuelle Fantasien
Schwache oder fehlende Lubrikation (Feuchtwerden der Vagina)
Erektionsprobleme
Vorzeitiger oder frühzeitiger Samenerguss
Schwierigkeiten mit dem Orgasmus
Sexualität und Beziehung
Sexualität und Elternschaft
Körperbild
Sexuelle Selbstsicherheit
Mögliche Fragen:
«Am Anfang der Beziehung hatten wir viel Sex, jetzt kaum noch. Was können wir tun?»
«Ich glaube, ich bin sexsüchtig/pornosüchtig. Kann ich davon wegkommen?»
«Nach der Selbstbefriedigung oder dem Geschlechtsverkehr tut mir alles weh. An was liegt das?»
«Ich werde nicht richtig feucht, obwohl ich erregt bin. Wie kann das sein?»
«Ich verliere beim Sex häufig meine Erektion. Mittlerweile reicht schon der Gedanke, es könnte wieder passieren und es passiert. Wie komme ich aus diesem Teufelskreis raus?»
«Meine sexuellen Fantasien machen mir Angst und ich möchte sie so nicht mehr haben. Kann ich meine Fantasien beeinflussen?»
«Ich komme beim Geschlechtsverkehr immer viel zu schnell. Das belastet zunehmend unser Sexleben. Wie kann ich das besser steuern?»
«Ich komme nur mit Sexspielzeug zum Höhepunkt. Ich würde es gerne auch ohne schaffen. Kann ich das irgendwie lernen?»
«Meine Partnerin geht mir sexuell aus dem Weg, seit die Kinder da sind. Ich liebe sie und möchte, dass sexuell wieder alles ist wie vorher. Gibt es da Hoffnung?»
«Ich habe einen Fetisch, der mich sexuell sehr einschränkt. Aber ohne funktioniert’s sexuell kaum. Kann ich daran etwas ändern?»
«Ich wäre sexuell gerne lustvoller… sinnlicher. Aber sobald ich etwas in die Richtung versuche, komme ich mir total blöd vor und schäme mich. Bin ich einfach nicht der Typ dafür?»
Was Sie in einer Sexualberatung- /therapie erwartet:
In einem Erstgespräch geht es nebst dem Kennenlernen auch darum, Ihr Anliegen genau zu erfassen und Zielvorstellungen zu besprechen. Ihre Ziele bilden den roten Faden unserer Zusammenarbeit.
Im weiteren Verlauf werden wir verschiedene Aspekte Ihres Anliegens beleuchten und diejenigen Zusammenhänge sicht- und erfahrbar machen, welche einen Einfluss auf Ihr Anliegen haben können.
Ausgehend von Ihren Ressourcen erstellen wir einen Beratungsplan, welcher diejenigen Lernschritte beinhaltet, die Sie in Ihrer Sexualität noch machen können, um mehr Zufriedenheit in der Sexualität zu erleben.
Bereits in dieser Phase finden nicht nur Gespräche statt, sondern Sie erhalten auch erste Anleitungen für Körper-, Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen, die Sie zu Hause praktizieren und intensivieren können. Diese Übungen dienen als Grundlage für die gewünschten Veränderungen und sind auf die Beschreibung Ihres Anliegen und der Therapieziele abgestimmt.
Ein wichtiger Teil der Therapie beruht auf der Erweiterung von Körperwissen. Sie lernen bewusst zu spüren was in Ihrem Körper abläuft und wie Sie Einfluss darauf nehmen können.
Glaubenssätze und Prägungen aufgedeckt, eingeordnet und ggf. hinterfragt.
Die Sitzungsfrequenz wird Ihren Bedürfnissen angepasst. In der Regel zu Beginn alle zwei bis drei Wochen, später mit grösseren Abständen.
Sitzungen finden stets bekleidet und ohne Körperkontakt statt.

Meine Räumlichkeiten befinden sich in der Gemeinschaftspraxis «Praxis zum goldige Velo» im 3. OG an der Muespacherstrasse 76 in 4055 Basel (kein Lift vorhanden).
Klingeln Sie unten bitte bei «Praxis» und nehmen Sie nach Eintreten im 3. OG im Wartebereich Platz.